
Forum #14 – 15.12.2004
Es geht weiter im Leipziger Osten!
Am 15. Dezember 2004 beschäftigte sich das Forum Leipziger Osten mit der Frage: Wie geht es weiter im Programmgebiet Leipziger Osten unter den verschärften Haushaltsbedingungen? Kurz vor der entscheidenden Stadtratssitzung diskutierten im voll besetzten Freizeittreff Rabet Einwohner, Akteure einzelner Projekte, ansässige Unternehmer, Vereine, Stadträte und Mitarbeiter städtischer Ämter über die Chancen, die erfolgreich begonnene Stadterneuerung trotz städtischer Finanznot weiter zu führen.
„Wir haben keine Geheimwaffe zur Lösung des Problems”, betonte Karsten Gerkens, Leiter des Amtes für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW). Aus dem Stadtrat wurde fraktionsübergreifend Unterstützung signalisiert, kommunales Geld für die Projekte im Stadtteil bereitzustellen. Karsten Gerkens berichtete über neue Wege, wie zusätzlich fehlende städtische Eigenmittel ersetzt werden können, um möglichst viele der bereits bestätigten und bereit stehenden Fördermittel zu aktivieren. Erste Rückmeldungen machen zuversichtlich, dass hier Alternativen möglich sind.
Das ist jetzt sicher: Es wird im Leipziger Osten weiter gehen. Aber: Einzelne Projekte, etwa die weitere Umgestaltung des Stadtteilparks Rabet, können erst in längeren Zeiträumen als geplant umgesetzt werden, um Handlungsspielräume für die anderen laufenden Projekte zu sichern. Den Besuchern des Forums war es angesichts der erfolgreichen Bauprojekte wie Rabet, Wurzner Straße oder Eisenbahnstraße nun besonders wichtig, dass die „sozialen Projekte” wie Dialog, Quartiersmanagements und „Kitas im Blick” ihre Arbeit fortsetzen können. Andreas Kaufmann vom Stadtteilmanagement verglich die derzeitige Diskussion mit einer „Operation am offenen Herzen”, da nur über bereits laufende Projekte gesprochen werde. Trotzdem erfordert der sparsame Umgang mit den vom Stadtrat bereitgestellten Finanzmitteln, dass überall zielgerecht „nachjustiert” werde. Für die Förderung von Unternehmen, für städtebauliche, soziale und kulturelle Projekte steht insgesamt künftig weniger Geld zur Verfügung. Einige Projektträger haben im Forum Leipziger Osten bereits Ideen zum verstärkten Einsatz ehrenamtlicher Arbeit vorgestellt.
Das Forum bestätigte die von Stadtteilmanagement und Themenarbeitsgruppen gezogene positive Bilanz der bisherigen Arbeit und des Fördermitteleinsatzes im Leipziger Osten seit 2000. Das spiegelt sich u. a. in folgendem wider:
- die mit Fördermitteleinsatz realisierten Maßnahmen bringen Impulse für den Stadtteil,
- die Bündelung der Mittel im Programmgebiet zeitigt Erfolge,
- die im Gebiet aufgebauten Netzwerkstrukturen funktionieren,
- ein hoher Anteil von Mehrzielprojekten stärkt die Effizienz des Mitteleinsatzes,
- zwischen den verschiedenen Trägern und Ämtern herrscht ein hohes Niveau der Kooperation.
Aber: Die Akteure hegen die große Befürchtung, dass das bestehende und gut funktionierende Netzwerk und seine verschiedenen Knotenpunkte nicht mehr finanzierbar sein könnten. Das hätte zur Folge, dass die Absicht, mit Hilfe der Projekte Ideen und Initiativen zu stärken und zu vervielfältigen, nicht mehr erfüllt werden könnte.
Hier auch noch einmal den herzlichen Dank an alle Bürger und Stadträte für die konstruktive Diskussion.
Den Ausklang bildete der neue Dokumentarfilm „Willkommen im Dunklen Wald” über die Stadtumbauprojekte an der Wurzner Straße, in dem sich eine Vielzahl der Besucher des Forums Leipziger Osten am 15.12.04 augenzwinkernd wieder erkennen konnte ...