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Forum #16 – 07.10.2005
Neue Projekte und Integration

In fünf Jahren Programmgebiet Leipziger Osten wurden zahlreiche Ideen entwickelt, Projekte gestartet und zum Teil (Umbau Eisenbahnstraße, Umgestaltung des größten Teils des Stadtteilparks Rabet) bereits erfolgreich zu einem guten Ende geführt. Dennoch bleibt noch Vieles zu tun, z. B. hinsichtlich der deutlicheren Darstellung des vorhandenen und notwendigen inneren Zusammenhangs unserer zahlreichen kleineren und größeren Vorhaben.

Das Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung stellt die Schwerpunktprojekte für den vorzubereitenden Zeitraum 2006plus vor. Hierzu gehören insbesondere die Entwicklung des Blocks 22 (Eisenbahn-/Hermann-Liebmann-/Konradstraße) als Gewerbestandort, des Blocks 99 (Eisenbahn-/Hermann-Liebmann-/Ludwig-/Hildegardstraße) als „internationales Wirtschafts- und Arbeitsquartier“ oder das Projekt „Gründerzeit erleben“ und andere.

Das Stadtteilmanagement berichtet zum Stand des Monitorings unserer sozialen Projekte, stellt „neue Projektdächer“ vor und informiert über den Stand und die Aussichten der Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie über die aktuellen Entwicklungen zum Stadtumbau im Leipziger Osten. Im Rahmen unserer Speakers’ Corner besteht wieder die Möglichkeit, dem Forum interessante Ideen und Projekte vorzustellen.

       

Nach einer Pause, während der Sie Gelegenheit haben, sich unsere Foto-Dokumentationen zum Umbau des Stadtteilparks Rabet, zu den 2. Kleinpariser Wochen der Selbstnutzer und zum großen Stadtteilfest OstLicht – das Spätsommerfest vom 10.09.05 anzuschauen, knüpfen wir inhaltlich an die Diskussionen des 15. Forums an und wollen die dort verabredete Arbeitsgruppe Integration für den Leipziger Osten auf den Weg bringen.

Einleitend geben Expertenmeinungen zur Arbeitsaufgabe Integration und erste Ideen zu einem notwendigen Aktionsprogramm Soziale Integration Impulse für die Diskussion im Forum. Diese soll hauptsächlich in Arbeitsgruppen zu den Problemfeldern Alltagsleben, Kommunikation und Begegnung, Schule und Bildung sowie Ethnische Ökonomie geführt werden.

Im Ergebnis wollen wir daraus erste Anregungen und Anforderungen für den Arbeitsplan der im Forum zu gründenden Arbeitsgruppe Integration ableiten.

Zum Abschluss des Forums #16 möchten wir Ihnen eine kleine Dokumentation über die Arbeiten zur farbenfroh-fantasievollen Fassadengestaltung des Freizeittreffs Rabet zeigen.

Projekte für 2006plus und Aufgaben der sozialen Integration

In fünf Jahren Fördergebiet (Programme Soziale Stadt und EFRE) hat sich der Leipziger Osten merklich verändert. Bürger, lokale Akteure und Ämter entwickelten zahlreiche Ideen und brachten beachtliche städtebauliche wie soziale Projekte auf den Weg. Die ersten großen baulichen Schwerpunktmaßnahmen sind fertig gestellt oder kommen bis Ende 2006 zum Abschluss - Umbau Eisenbahnstraße, Erweiterung und Umgestaltung Stadtteilpark Rabet, Verbesserung des Wohnumfeldes Wurzner Straße ("Dunkler Wald" und "Lichter Hain").

I. Neue Projekte 2006plus

Der Leipziger Osten ist aber noch nicht aus dem Schneider. Vieles bleibt zu tun. Das Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW), stellte neue Schwerpunktprojekte vor. Diese sollen nach 2006 im Mittelpunkt der weiteren Stadterneuerung stehen und die Einwerbung von Fördergeldern ermöglichen.

Block 99: Internationales Wirtschaften
In den 12 Gründerzeithäusern im Geviert Eisenbahn-/ Hermann-Liebmann-/ Ludwig-/ Hildegardstraße, dem sogenannten „Block 99", soll ein "internationaler Wirtschafts- und Arbeitsstandort" entwickelt werden, der entscheidend zur Stabilisierung und Attraktivität des Bereichs um Eisenbahn- und Hermann-Liebmann-Straße beitragen soll. Sechs der Gebäude gehören der LWB, womit kurzfristig ein potenter Partner dafür bereit stünde. Dieses Projekt setzt v. a. auf die Innovations- und Wirtschaftskraft ausländischer und deutscher Mitbürger.
Es unterstützt eine Entwicklung, die ohnehin im Gange ist, und lenkt sie in stadtgestalterisch angestrebte Bahnen. Vorhandene Geschäfte würden aufgewertet, hochwertige Fachgeschäfte mit ausländischen Spezialitäten vervollständigten die Angebotspalette. Block 99 könnte so zu einem Anziehungspunkt über den Leipziger Osten hinaus werden: "das gibt's nur einmal in Leipzig und nur auf der Eisenbahnstraße!"
Nach einem Ideenworkshop im Herbst wird das Konzept spezifiziert. Für seine Umsetzung ist das enge zusammenwirken von Eigentümern, Mietern, potentiellen Nutzern, Händlern, IG Lo(c)k-Meile, Bürgervereinen notwendig. Damit die Mischung stimmt, werden Wirtschaftsförderer einbezogen, um Marktchancen zu untersuchen und gezielt neue Unternehmen im Leipziger Osten anzusiedeln.

Block 22: Nahversorgungsmagnet
Das Areal von der Kreuzung Eisenbahn-/Hermann-Liebmann-Straße über Konradstraße bis zum Park Rabet, der sogenannte Block 22, soll zu einem Nahversorgungsstandort mit entsprechend notwendigen Parkplätzen verdichtet werden. Ein neu anzusiedelnder "Kundenmagnet" (Gespräche mit potenziellen Supermarkt-Betreibern laufen), weitere Handels- und Dienstleistungseinrichtungen, ein Frischmarkt, ergänzende Spezialgeschäfte an der Eisenbahnstraße könnten das Areal beleben. Inwieweit die alte Markthalle Eisenbahnstr. 74 einbezogen werden kann, wird gerade bautechnisch untersucht.

Gründerzeit erleben
Ein weiteres Projekt steht unter der Überschrift "Gründerzeit erleben". International gilt Leipzig als Hauptstadt des Historismus. Das weiß man hier weniger, aber spezielle Angebote in dieser Hinsicht könnten Touristen interessieren. Die Idee: In gründerzeitlichen Quartieren, etwa rund um die Hedwigstraße, werden leer stehende Geschäfte und Wohnungen genutzt, um historisches Handwerk anzusiedeln, z. B. Glasbläser, Schuhmacher, Korbmacher usw. Aber auch Wohnen in gründerzeitlichem Flair soll man erleben können, indem hier etwa Übernachtungsmöglichkeiten mit Kohleofen, aber auch mit Hausmädchen angeboten werden. Zur Zeit wird geprüft, ob die baulichen Bedingungen das hergeben. Die Projektsteuerung dafür wird ausgeschrieben. Damit es funktioniert, steht die Zusammenarbeit mit Eigentümern, Handwerkskammer, Gewerbetreibenden, Leipzig Tourist Service u. a. ganz obenan. Gerade letzterer kann dafür Sorge tragen, dass das Gründerzeit-Projekt auch international bekannt wird, damit eines Tages Touristen aus aller Welt im Leipziger Osten ihren "gründerzeitlichen Höhepunkt" erleben können.

II. Neu gegründet: Arbeitsgruppe Soziale Integration

Die Diskussion im 16. Forum machte deutlich, dass zahlreiche Menschen die Brisanz der Aufgabe Integration erkannt haben. Einzelne Projekte (Quartiersmanagements, Kitas im Blick, Integrationsprojekt Dialog u. a.) arbeiten erfolgreich; jetzt ist die Zeit reif, das Netz derer enger zu knüpfen, die vielfältiges soziales Miteinander im Leipziger Osten fördern und benachteiligte Gruppen ins Stadtteilleben integrieren, miteinander ins Gespräch kommen, Barrieren abbauen, Verständnis füreinander entwickeln wollen.

        

Die Forumsteilnehmer erörterten in Gesprächsgruppen, welche Aufgaben hierbei gelöst werden müssen, welche Ressourcen man nutzen, an welche Arbeitsergebnisse man anknüpfen kann. Sie sammelten Ideen und diskutierten, wie diese umgesetzt werden könnten. Das Forum gab die gesammelten Diskussionsergebnisse der neu gegründeten Arbeitsgruppe Integration als Orientierung mit auf den Weg.

Ca. 25 Personen wollen in der neuen AG mitarbeiten, die auf ihrem ersten Treffen am 17.10.05, 19.00 Uhr im IC-E Eisenbahnstr. 49, aus den zahlreichen Forumsideen ihre ersten Arbeitsschritte ableiten wird. AG-Moderator Henry Hufenreuter (Bürgerverein Neustädter Markt e. V.) sieht die AG künftig als Ansprechpartnerin und Koordinatorin im sozialen Netzwerk des Stadtteils, als Impulsgeberin und Geburtsstätte für gemeinnützige Projekte.

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Leipziger Osten, Stadtteilmanagement, Quartiersmanagement, Soziale Stadt