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Aktionsbündnis Sicherheit im Leipziger Osten

Eine Gruppe von Personen, Vereinen, Ämtern und Einrichtungen, die im Leipziger Osten aktiv sind, bildet das Aktionsbündnis Sicherheit im Leipziger Osten. In ihm arbeiten u. a. Vertreter von Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung, Ordnungsamt, Gesundheitsamt, Polizei, Quartiersmanagement, Bürgervereinen und Straßensozialarbeiter zusammen.

Dieses Netzwerk dient in erster Linie der Abstimmung der Aufgaben und Maßnahmen im Kampf gegen die Drogenszene sowie von Schritten zur Lösung akut auftretender Probleme im Bereich Ordnung und Sicherheit im Stadtteil.
Im Abstand von ca. acht Wochen finden Netzwerktreffen statt (ab 2013 i.d.R. jeweils am 2. Donnerstag eines geraden Monats).

Ziel ist es, eine Balance zwischen gesundheits- und sozialpolitischen Maßnahmen als Hilfe für die Suchtabhängigen sowie repressiven Maßnahmen gegen den Handel mit illegalen Drogen und zum Schutz der Bürger zu schaffen.  

Drogenpolitische Leitlinien der Stadt Leipzig, Neuf. 2013 (PDF-Datei, ca. 68 kB)

  Ausgewählte Maßnahmen des Aktionsbündnisses 

Grundlage der von der Suchtbeauftragten der Stadt Leipzig moderierten Netzwerkarbeit ist das Aktionsprogramm zur Verbesserung des Hilfesystems und der Erhöhung der Sicherheit im Leipziger Osten (PDF-File zum Herunterladen, ca. 37 kB), das erstmals im Mai 2008 beschlossen wurde. Sein Maßnahmeplan wird jährlich fortgeschrieben.
Es wurde auf Initiative verschiedener Stadtteilakteure entwickelt und bildet die Basis für das abgestimmte Wirken von Hilfeeinrichtungen, Polizei, Ordnungsamt, weiteren städtischen Ämtern und Stadtteilakteuren. Es fußt auf dem gleichmäßigen Einsatz von Prävention, Hilfe und Repression.

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Zielgruppen: Das Aktionsbündnis zielt mit seinem Wirken direkt auf Suchtgefährdete und -kranke, deren Angehörige und andere Mitbetroffene sowie Multiplikatoren in den Hilfeeinrichtungen. Indirekt richtet es sich an Haus- und Grundstückseigentümer, Ladeninhaber, Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen sowie die Bürgerinnen und Bürger.

Mitwirkung: Das Aktionsbündnis steht jederzeit interessierten Bürgern, Vereinen und Einrichtungen offen. Wer sich näher informieren möchte oder an einer Mitarbeit interessiert ist, wendet sich an das IC-E InfoCenter Eisenbahnstraße.

Kontakt u. Organisation: Sylke Lein, Suchtbeauftragte der Stadt Leipzig
Stadt Leipzig, Gesundheitsamt, Friedrich-Ebert-Straße 19a, 04109 Leipzig 
Telefon: 0341 123-6761, Fax: 0341 123-6795 
sylke.lein@leipzig.de 
 

In den Jahren 2009 bis 2012 wurde die Arbeit des Aktionsbündnisses mit Hilfe des Projektes PHILOs – Prävention, Hilfe & Initiative im Leipziger Osten (gefördert aus EFRE) ausgebaut, gestärkt und im Stadtteil nachhaltig verankert. 
  

Hintergrund: Infolge der Aufwertung von Stadtzentrum und Hauptbahnhof und damit einhergehender Sicherheitsmaßnahmen wurde die Leipziger Drogenszene seit Ende der 1990er Jahre sukzessive in angrenzende Stadtteile abgedrängt, u. a. in den Leipziger Osten mit Schwerpunkt im Bereich Eisenbahnstraße/Hermann-Liebmann-Straße.

Bis ca. 2005/2006 verschärfte sich die Lage, so dass der Drogenrapport der Stadt Leipzig anregte, die Akteure im Leipziger Osten sollten ihre Kräfte bündeln, um unmittelbar vor Ort diese Entwicklung umzukehren. Darauf knüpften die Programmsteuerer des Amtes für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung gemeinsam mit dem Quartiersmanagement Volkmarsdorf und der Drogenbeauftragten der Stadt Leipzig ein Netzwerk aus unterschiedlichsten Akteuren im Stadtteil, das recht schnell zu einer effektiven Arbeitsweise fand und sich bis 2007 zum Aktionsbündnis Sicherheit im Leipziger Osten konstituierte.

Durch repressive Maßnahmen auf der einen und die Erweiterung sozialer Angebote auf der anderen Seite gelang es, der Verschärfung der Situation zeitweilig erfolgreich entgegen zu wirken. Jedoch bleibt die deutliche Belastung des städtischen Lebens bestehen. Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung ist beeinträchtigt. Das durch vielfältige städtische und private Investitionen sich ins Positive wendende Image des Leipziger Ostens wird beschädigt.

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20. April 2009 – Zwei zusätzliche Streetworker zur Betreuung erwachsener drogenabhängiger Menschen

Dank Bewilligung zweier zusätzlich beantragter Stellen durch die Landesdirektion Leipzig nehmen eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter der Suchtberatungs- und Behandlungsstelle Alternative I (Chopinstr. 13) ihre Tätigkeit als Streetworker für erwachsene drogenabhängige Menschen auf. Sie sind mit einem Streetmobil (Kleinbus) direkt vor Ort.
Aktueller Standort des Streetmobils:
Konradstraße / Ecke Rabet (etwa gegenüber Konradstr. 29)
Standzeiten: Mo 13-15 Uhr, Mi 17-19 Uhr, Fr 12-14 Uhr

Das Projekt arbeitet eng mit den Streetworker/-innen des Team O.S.T. (Jugendamt) zusammen, die das Streetmobil einmal wöchentlich – Mittwoch 14-16 Uhr – nutzen, Standort im Bereich Konrad-/Hermann-Liebmann-Straße.

Im letzten Quartal des Jahre 2008 hatten die Mitarbeiter/ -innen der Alternative I die Arbeit vor Ort bereits gestärkt, indem sie an einem Abend pro Woche im Bus der Jugendhilfe Angebote unterbreiteten. Die Resonanz der Betroffenen war sehr gut. Insofern erwartet das Aktionsbündnis durch das neue Angebot eine nachhaltige Verbesserung des Zugangs der Betroffenen in das Hilfesystem.

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8. September 2009 – Start der Videoüberwachung im Kreuzungsbereich Eisenbahn- und Hermann-Liebmann-Straße

Seit 1996 setzt die Polizeidirektion Leipzig die stationäre Videoüberwachung im geringen Umfang als ein Mittel zur Verhinderung und Bekämpfung von Kriminalität an örtlichen Brennpunkten im Stadtgebiet Leipzig erfolgreich ein. Der Einsatz der Videoüberwachung entfalte, so die Polizei, an allen Standorten eine zusätzliche präventive Wirksamkeit, senke insbesondere die Fallzahlen bestimmter Delikte.

Im Jahr 2008 musste in den Ortsteilen Neustadt-Neuschönefeld und Volkmarsdorf, insbesondere im Bereich der Eisenbahnstraße, eine hohe Zahl an Rauschgiftdelikten registriert werden. Vor allem im Kreuzungsbereich Eisenbahn-/Hermann-Liebmann-Straße bildete sich aus Polizeisicht ein örtlicher Kriminalitätsschwerpunkt heraus.

Der für diesen Bereich beantragten und begründeten Einrichtung einer stationären Videoüberwachung wurde durch das Sächsische Staatsministerium des Innern nach rechtlicher Prüfung statt gegeben. Aus baustatischen Gründen werden an der Kreuzung zwei Kameras eingesetzt, die die modernen technischen Möglichkeiten zum permanenten Ausblenden privater Zonen innerhalb des Überwachungsbereiches (wie Wohnungsfenster, Büroräume) haben, so die Polizei.

Die Einrichtung einer Videoüberwachung im genannten Kreuzungsbereich soll einer offenen Rauschgiftanbieterszene entgegenwirken und im Zusammenspiel mit anderen polizeilichen Maßnahmen eine wirksame Gefahrenabwehr im polizeirechtlichen Sinn einerseits sowie eine effektive Strafverfolgung bei der Feststellung von Straftaten andererseits sicherstellen.

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25. Januar 2010 – Eröffnung der neuen Kontakt- und Beratungsstelle der Straßensozialarbeiter vom Team O.S.T. in der Eisenbahnstraße 11

Seit 1996 hilft das Team O.S.T der Streetworker des Jugendamtes jungen Menschen im Leipziger Osten und unterstützt diejenigen, die mit verschiedensten Problemlagen wie Delinquenz, Vernachlässigung, Prostitution, Gewalt, Drogenmissbrauch, Straßenkarrieren u. a. m. zu tun haben.
Das Angebot wurde von Anfang an gut angenommen. Viele Klienten erhielten Informationen, Beratung, Grundversorgung, Spritzentausch etc., ab 2000 im Kontaktladen Eisenbahnstr. 74. Die Situation wurde aber zunehmend unübersichtlich, da der kleine Kontaktbereich (35 m²) nicht mehr ausreichte, um an manchen Tagen bis zu 80 Personen aufzunehmen.

Nun konnten die Streetworker in der Eisenbahnstr. 11 von der LWB Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH neue Räume anmieten – insgesamt 150 m² für Kontakt-/Aufenthaltsbereich, Sanitärbereich, Mitarbeiterbüros, Beratungsraum, Konferenzraum, Lagerräume und Küche.
Bürgermeister Thomas Fabian: „Nun ist gewährleistet, dass das professionelle Angebot der Streetworker jungen Menschen mit Hilfe- und Unterstützungsbedarf wieder zur Verfügung steht“.

Tel. (0341) 6 88 81 89
Kontaktzeiten:
Mo 14-16 Uhr, Di 16-18 Uhr, Mi 18-20 Uhr, Do 16-18 Uhr, Fr 14-16 Uhr

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25. März 2011 – Bürger, Stadt und Polizei gemeinsam gegen Drogenkriminalität

Die Stadtverwaltung (Ordnungsamt) konstatiert, dass es im Kampf gegen Drogenkriminalität gut funktionierende Formen der Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Stadt und Polizei gibt. Beispielhaft wird die Arbeit des Aktionsbündnisses Sicherheit im Leipziger Osten genannt: „Dieses Bündnis fußt auf Kooperationsstrukturen, die zwischen Verwaltung, Polizei, Bürgerschaft, Vereinen und Initiativen vor Ort geschaffen wurden.”

Und weiter: „Die Zusammenarbeit im Rahmen des Aktionsbündnisses sorgt für kurze Informationswege, vor allem zwischen den vor Ort tätigen Vereinen, dem Quartiersmanagement, dem Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung und den Bürgerpolizisten. Auf dieser Grundlage wird der Drogenszene im Stadtteil entgegengewirkt.”

Im Rahmen des Aktionsbündnisses Sicherheit im Leipziger Osten werden präventive und repressive Maßnahmen des Ordnungsamtes thematisiert und abgestimmt. Das mache es z. B. möglich, in Abstimmung mit der Polizei auf Veränderungen und neue Situationen (Bewegung in der Szene) zu reagieren. Eine erkennbare Präsenz der Mitarbeiter des Ordnungsamtes erhöhe zusätzlich zu der verstärkten Polizeipräsenz den Kontrolldruck auf diese Bereiche. Gemeinsam mit den vor Ort tätigen Streetworkern beseitigen und entsorgen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes beispielsweise Plastikspritzen und Kanülen.

„Der Bereich Eisenbahnstraße, der in den vorangegangenen Jahren einen Hauptschwerpunkt in der Betäubungsmittel-Szene darstellte, hat sich durch einen erhöhten Handlungsdruck von präventiver und repressiver Seite im Gesamterscheinungsbild verändert. Die Konzentration an szenetypischen Personen hat sich aufgrund des Verdrängungsdrucks der polizeilichen Maßnahmen spürbar verringert. Die Drogenkonsumenten sind bestrebt, diesem Druck auszuweichen. Nach den Erkenntnissen des Ordnungsamtes konzentrieren sie sich seit einem Jahr stärker im Bereich Dresdner Straße / Köhlerstraße.“

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Leipziger Osten, Stadtteilmanagement, Quartiersmanagement, Soziale Stadt