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Integrationsprojekt Dialog

Träger des
Preises Soziale Stadt 2006

Der Ausländeranteil im Leipziger Osten liegt bei über 11% (2004) und ist damit der höchste der gesamten Stadt. Der Integrationsprozess in einem Stadtteil mit einer Überlagerung von vielfältigen Problemlagen ist mit Schwierigkeiten verbunden. Für die Arbeit des Stadtteilmanagements und die weiteren Akteure im Stadtteil bildet der Integrationsprozess eine der Hauptaufgaben, aber auch eine der wichtigsten Chancen für die Entwicklung des Stadtteiles. Eine Bestandsaufnahme zeigte, dass im Programmgebiet kaum Selbstorganisation und ausreichende Angebote für Zuwanderer existierten.

Das Integrationsprojekt Dialog wirkte von August 2003 bis Juni 2007 (als Nachfolger des BMFSFJ-Modellprojektes Interkulturelles Kontaktbüro). Es förderte die Stärkung der Identifikation der ausländischen Mitbürger, insbesondere aus der GUS, Vietnam und dem Irak, mit ihrem Stadtteil durch Partizipation und die Förderung von Sozialkontakten, durch Beteiligung an der Entwicklung des Gemeinwesens, unter verstärkter Beachtung ihrer Belange, sei es in der Kinder- und Jugendarbeit, dem kulturellen Bereich, dem Bereich der Ausbildung und des Arbeitsmarktes oder der Altenarbeit.

In der Kontaktstelle Konradstraße 64 arbeiteten vier MitarbeiterInnen (drei davon mit Migrationshintergrund) und zeitweise auch PraktikantInnen, ebenfalls mit Migrationshintergrund.
Beratungsgespräche konnten in Arabisch, Deutsch, Englisch, Kurdisch, Polnisch, Russisch, Ukrainisch und Vietnamesisch geführt werden.

         
Dialog-Team 2003-05                                      Dialog-Team 2006-07

Ziel:
Integration soll als wechselseitiger Prozess der Förderung von Partizipationsmöglichkeiten einerseits und der Verhinderung von Ausgrenzung und Radikalisierung andererseits entwickelt werden. Dabei werden die Potenziale der Zugewanderten für die Entwicklung des Programmgebietes produktiv genutzt, ein möglichst konfliktarmes Zusammenleben mit der deutschen Mehrheitsbevölkerung und das Zusammenleben der Menschen im Gemeinwesen konstruktiv gestaltet. Gesprächsrunden, Informationen, Veranstaltungen, regelmäßige Treffen und gemeinsame Aktivitäten ermöglichen Begegnungen verschiedener Kulturen und helfen Ängste und Vorbehalte abzubauen.

Zielgruppen:

  • Information und Beratung für Migrantinnen und Migranten sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger im Leipziger Osten (Fördergebiet)
  • Ansprechpartner für andere Akteure im Leipziger Osten, z. B Verwaltung, Vereine, Behörden

Aufgabenstellung:

  • Aufbau und Bewirtschaftung einer Kontakt- und Begegnungsstelle für Migranten im Stadtteil, die Präsenz und regelmäßig Sprechzeiten für Beratungsangebote sowie Angebote im Freizeitbereich gewährleistet
  • Regelmäßige Beratungsangebote in Kooperation mit dem Referat Ausländerbeauftragter, der Zentralstelle für Asylbewerber, Aussiedler und Ausländer und anderen städtischen Ämtern
  • Durchführung von gemeinwesenorientierten Integrationsmaßnahmen
  • Öffentlichkeitsarbeit und Zusammenführung von Informationen
  • Unterstützung beim Aufbau der Selbstorganisation von Migranten und deren Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Einrichtungen
  • Vermittlung oder Durchführung regelmäßiger Angebote zur Freizeitgestaltung (Bildung, Sport, Kultur)

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Beim Stadtteilfest Volkmarsdorf 2003

Das Projekt integrierte sich nach seinem Start 2003 sehr gut in das Netzwerk der Akteure im Leipziger Osten. Als kompetenter Ansprechpartner in allen Fragen und Problemen zum Thema Migration wurde es von den vor Ort tätigen Projekten, Institutionen und Vereinen geschätzt. Vielschichtige Kooperationen mit Projektpartnern, z. B. dem benachbarten Quartiersmanagement Volkmarsdorf, den Bürgervereinen, dem Kulturamt der Stadt Leipzig, Einrichtungen von Volkssolidarität, Caritas und Naomi e. V., dem Offenen Freizeittreff Rabet, dem Frauenhaus, dem Koordinator Wirtschaft und dem Projekt Kitas im Blick wurden auf- und sukzessive ausgebaut. Die Beratungsangebote wurden nicht nur während der festgelegten Sprechzeiten sehr stark nachgefragt.

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Beratungs- und Unterstützungsangebote:

  • Beratung und Unterstützung bei alltäglichen Problemen, Arbeits- und Wohnungssuche, Aus- und Weiterbildung
  • Konfliktberatung (u. a. bei Gewalterfahrungen, familiären oder interkulturellen Problemen)
  • Unterstützung im Umgang mit Behörden, Rechtsfragen sowie hiesigen Lebensgepflogenheiten, Hilfen beim Ausfüllen von Formularen
  • Vermittlung von Deutsch-Sprachkursen
  • Schülerhilfe
  • Unterstützung der Selbstorganisation der Migranten
  • Initiierung interkultureller Begegnungsangebote
  • Mitgestaltung von Projekten und Veranstaltungen

Ansprechpartner:
Dr. Adelaide Grützner (2003-05) / Dr. Anke Kästner (2006-07),
Sarbast Akraui, Volodymyr Svitlytskyy, Luu Nguyen Huu

Träger:
Leipziger Gesellschaft für Bildung und Arbeit mbH
Im Auftrag der Stadt Leipzig
(Finanziert aus EFRE bei 25% Eigenanteil der Kommune)

Ab Juli 2007 setzte das vierköpfige Dialog-Team seine Arbeit in seinen gewohnten Räumen Konradstraße 64 als Interkulturelle Beratungsstelle Dialog im Rahmen des Projektes IQ_QUADRAT – Integrative Qualifikation im Internationalen Quartier Leipziger Osten fort. Die Projektidee wurde dabei in Zielrichtung Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit von Personen mit Migrationshintergrund weiter entwickelt. Die profilierte Beratung und Begleitung der Zielgruppe konnte nahtlos fortgesetzt werden.

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Preis Soziale Stadt 2006

9. Februar 2007: In der Konradstraße 64 egibt es etwas zu feiern. Das Integrationsprojekt Dialog hatte für den Freitagabend zu einem Fest geladen, um den Preis Soziale Stadt 2006 gebührend zu würdigen. Gleich zwei Bürgermeister dankten Anke Kästner und ihrem Dialog-Team für die erfolg-reiche interkulturelle Arbeit im Leipziger Osten.
Prof. Dr. Thomas Fabian, Bürgermeister und Beigeordneter für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule (im Bild rechts) lobte die „wichtige Arbeit bei der Unterstützung von Menschen, die aus anderen Kulturkreisen nach Leipzig kommen”, hob die Bedeutung der interkulturellen Begegnung hervor, die auch ein besonderer Gewinn für Leipzig sei.
Martin zur Nedden, Bürgermeister und Beigeordneter für Stadtentwicklung und Bau (im Bild 2. von rechts) freute sich über das Dialog-Team, das Engagement und die Kreativität im Leipziger Osten, die bundesweite Vorbildfunktion übernehmen könne. Das Integrationsprojekt Dialog sei gemeinsam mit 10 anderen Preisträgern aus 188 Projekten ausgewählt worden, weil neue Wege zur Integration gegangen würden. Unterstützend wirken das unverzichtbare Engagement der Bewohner und die stabilen Netzwerke. Zur Nedden sicherte die Unterstützung des Rathauses bei der Suche nach der Finanzierung zu, an die Arbeit des Dialog-Teams nach dem Projekt-Abschluss im Juni 2007 anzuknüpfen.
Dr. Martina Schmutzler, Geschäftsführerin der Leipziger Gesellschaft für Bildung und Arbeit mbH - der Trägerin des Dialog-Projektes - dankte dem Dialog-Team und hob den Erkenntnisgewinn aus jährlich über 7.000 Beratungsgesprächen hervor, der für die interkulturelle Arbeit in der gesamten Stadt genutzt werden kann.
Umrahmt von einem Kulturprogramm (verschiedene Tanzgruppen und Musik) konnten die Gäste, darunter Vertreter der Stadt Leipzig, verschiedener Vereine und Initiativen das leckere Buffet des „Internationalen Frauenfrühstücks” – ein Verein ist in Gründung – genießen und sich gemeinsam mit dem Dialog-Team über den Preis Soziale Stadt 2006 freuen.

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Leipziger Osten, Stadtteilmanagement, Quartiersmanagement, Soziale Stadt