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Interkulturelles Kontaktbüro

Begegnung und Austausch der Kulturen
Begegnung ist eine Voraussetzung für das friedliche Zusammenleben der Menschen in der Stadt. Immer mehr Mitbürger im Leipziger Osten stammen aus anderen Ländern. Viele von ihnen sind als Familie eingereist. Das Interkulturelle Kontaktbüro unterstützte Initiativen, die insbesondere jungen Menschen helfen, hier heimisch zu werden und am alltäglichen Gesellschaftsleben teilzunehmen. Austausch und Zusammenarbeit unterschiedlicher Gruppen und Privatpersonen, die sich für die Integration der ausländischen Mitbürger einsetzen, sollten verbessert werden. Langfristig wurde angestrebt, ein Netzwerk von Institutionen und Vereinen zu schaffen und deren Angebote für ausländische Mitbürger zu öffnen.

Das Interkulturelle Kontaktbüro im Leipziger Osten arbeitete von 1999 bis 2002. Es war eines von elf befristeten Modellprojekten, die im Rahmen des Programmschwerpunktes „Interkulturelle Netzwerke” im Programm „E & C –Entwicklung und Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten” vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurden.

Aufgabe dieser Projekte war, modellhaft die Integration zugewanderter junger Menschen – AusländerInnen und AussiedlerInnen – zu fördern sowie Verständnis zwischen der einheimischen und den anderen Kulturen herzustellen. Das bedeutete,

  • auf Versorgungslücken aufmerksam zu machen,
  • Informationen zu Integrationsfragen zu geben,
  • interkulturelle Verständigung im Stadtteil zu fördern,
  • Vernetzungsmodelle zur interkulturellen Öffnung zu erproben,
  • Einrichtungen und Träger im Erwerb interkultureller Kompetenz zu unterstützen mit dem Ziel einer stärkeren Partizipation der Migranten an deren Angeboten,
  • neue Wege zum gemeinschaftlichen Miteinander zu finden,
  • Austausch und Vernetzung mit Fachleuten zu befördern.

So wurden z. B. deutsche Sprachkurse und Gesprächskreise für Migranten und Einheimische angeboten sowie die ersten Ausgaben einer Stadtteilzeitung Leipziger Osten herausgegeben. Parallel dazu wurden gezielte Erhebungen zu den Problemlagen der Migranten durchgeführt.

Das Interkulturelle Kontaktbüro setzte bei seiner Arbeit auf zwei Ebenen an:
Auf der einen Seite unterstützte und förderte es Initiativen von Vereinen, Schulen, öffentlichen Einrichtungen und einzelnen Personen, die ausländische Mitbürger mehr in ihre Angebote einbeziehen wollten.

  • Öffnung der bestehenden Angebote für ausländische Jugendliche, insbesondere der Jugendgemeinschaftswerke
  • Vernetzung dieser Angebote
  • Beratung von Vereinen, Schulen u. ä. Einrichtungen: Nutzung der Literatursammlung zu interkulturellen und pädagogischen Themen / fachliche Unterstützung von Projektwochen und Veranstaltungen an Schulen
  • Weitervermittlung an kompetente Ansprechpartner
  • Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation der aktuellen Migrantensituation und deren Entwicklung
  • Einbettung migrationsspezifischer Aspekte in den Stadtentwicklungsprozess

Auf der anderen Seite half das Interkulturelle Kontaktbüro ausländischen Mitbürgern, sich in der Gesellschaft zu orientieren und dabei unterstützende Angebote in Anspruch zu nehmen. Dies geschah durch

  • Beratung und Weitervermittlung,
  • Förderung von Kontakten zu deutschen Mitbürgern (z. B. Erzählcafe),
  • Unterstützung von Eigeninitiativen zur Integration (Maßnahmen in Kooperation mit Vereinen) sowie
  • Beratung bei der Suche nach Deutschlernmöglichkeiten und Gelegenheiten, an Computern mit Sprachsoftware im Büro selbst Deutsch zu üben

Was wurde erreicht?
Die Erfahrung zeigte, dass sich ein Großteil der ausländischen Mitbürger eine bessere Integration in die deutsche Gesellschaft wünschte. Viele bemühten sich in Eigeninitiative um eine Verbesserung ihrer Sprachkenntnis und suchten den Kontakt zu deutschen Mitbürgern. Das zeigte sich in der aktiven Nachfrage nach Deutschlernangeboten sowie in der zunehmenden Nutzung der Deutschlern-Computer im Interkulturellen Kontaktbüro.
Von deutscher Seite aus wuchs das Interesse an Öffnung und Fortbildung im interkulturellen Bereich mit der steigenden Zahl ausländischer Kinder und Jugendlicher. Insbesondere in Erziehungseinrichtungen erkannte man einen Handlungsbedarf und nahm die beratende Begleitung des Interkulturellen Kontaktbüros mehr und mehr in Anspruch.

Trägerschaft und Kooperation:
Das Interkulturelle Kontaktbüro wurde getragen von der Ökumenischen Sozialstation Leipzig Süd-West e. V. und kooperierte eng mit dem Naomi e. V., Jugendgemeinschaftswerk. Das Interkulturelle Kontaktbüro gehörte der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e. V. an und wurde vom Deutschen Jugendinstitut in München wissenschaftlich begleitet.

Finanziert wurde das Projekt überwiegend aus dem E & C-Programm. Ergänzende ESF-Mittel stammten aus dem sächsischen Pilotprojekt „Lokales Kapital für Soziale Zwecke (LKSZ)”.

Ab 2003 nahm das Integrationsprojekt Dialog einen Großteil der Aufgaben wieder auf und erweiterte die Integrationsangebote und -hilfen im Stadtteil.

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Leipziger Osten, Stadtteilmanagement, Quartiersmanagement, Soziale Stadt