www.leipziger-osten.de
http://www.leipziger-osten.de/
content/projekte/uebersicht-projekte/iq-quadrat/

IQ_QUADRAT – Integrative Qualifikation im Internationalen Quartier Leipziger Osten

 


Die erfolgreiche Arbeit des Projektes führte dazu, dass es
2008 Eingang in die Broschüre der Bundesregierung
„Der Nationale Integrationsplan – Neue Wege, Neue Chancen. Beispiele des Erfolgs” (siehe S. 28/29) fand.

Zum Herunterladen: der Beitrag IQ_QUADRAT

 

Schon seit längerem gibt es die Idee, die jetzt schon bestehende Vielfalt der Läden und Dienstleister rund um die Leipziger Eisenbahnstraße aktiver zu fördern und zu einem Alleinstellungsmerkmal innerhalb der gesamten Stadt zu entwickeln. Nachdem sich die Idee, ein Internationales Quartier IQ_Ost zunächst innerhalb eines kompletten Straßengevierts zu etablieren, unter den gegebenen Bedingungen nicht realisieren lässt, wurde das Projekt IQ_QUADRAT – Intelligente Qualifikation im Internationalen Quartier entwickelt und von Juli 2007 bis September 2008 umgesetzt.

Nähere Informationen auch unter www.xenos-iq-quadrat.de oder im Faltblatt IQ_QUADRAT – Integrative Qualifikation im Internationalen Quartier Leipziger Osten (Zum Herunterladen: PDF-File, ca. 523 kB) 

Ziel des Projektes war neben der Entwicklung, Erschließung und dauerhaften Nutzung der Ausbildungs- und Beschäftigungspotenziale in der lokalen, speziell in der ethnischen Ökonomie die unmittelbare Integration von Migrantinnen und Migranten.
Konkret ging es darum,

  • Wissen zur lokalen ethnischen Ökonomie zu generieren,
  • Potenziale zu erkennen,
  • Methoden und Instrumente zur Aktivierung zu entwickeln,
  • Handlungsbedarfe zu bestimmen,
  • Kompetenzen zu definieren und
  • Bedingungen für ein stadträumliches Matching zu schaffen.

Dabei stützte sich das Projekt im Wesentlichen auf zwei Säulen: Einerseits wurden die individuellen Kompetenzen von Arbeitslosen mit Migrationshintergrund durch mehrsprachige Beratungs- und spezifische Bildungsangebote gestärkt. Andererseits bot das Projektteam den lokalen, insbesondere den ethnischen Unternehmen betriebliche Beratung und Weiterbildung an.

Den hohen Anspruch des Projektes spiegelte seine Mehrdimensionalität von Aktivitäten und gleichzeitiger konzeptioneller Aufarbeitung mit der Absicht,

  • die lokale Ökonomie zu unterstützen,
  • die ethnische Ökonomie zu konditionieren,
  • Beschäftigungspotenziale zu erschließen und zu entwickeln,
  • Arbeits- und Ausbildungsangebote zu entwickeln,
  • soziale Integration durch Teilhabe zu ermöglichen und
  • Erfahrungen zur stadträumlichen Beschäftigungsentwicklung zu sammeln.

Nach oben

Fünf Schwerpunkte der Projektumsetzung

Bedarfsermittlung:
Im Juli 2007 wurden – gemeinsam mit Studenten der Universität Halle – über 100 Betriebe rund um die Eisenbahnstraße befragt. Damit wurden Kontakte aktiviert, Bedarfslagen analytisch untersetzt und eine umfangreiche empirische Datenbasis geschaffen.

Beratung:
Die Interkulturelle Beratungsstelle Dialog (bisher als allgemeines interkulturelles Beratungsangebot im Stadtteil verankert – Integrationsprojekt Dialog), konnte weiterentwickelt und profiliert werden. Mit dem Schwerpunkt auf der Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit und der Unterstützung bei einer Arbeitsaufnahme standen im Projekt Fragen der Bewerbung, Kompetenzermittlung sowie Unterstützung bei der Arbeitsplatz-/Praktikums-Suche im Mittelpunkt. Die erfolgreich praktizierte Mehrsprachigkeit (Russisch, Ukrainisch, Vietnamesisch, Arabisch, Kurdisch, Englisch, Französisch, Deutsch) wurde fortgeführt.
Nach Projektende setzte das Dialog-Team seine beratende und unterstützende Tätigkeit vorübergehend auf ehrenamtlicher Basis fort.

Aus den bisherigen Erfahrungen heraus wurden auch weiterhin niederschwellige Angebote und Informationsveranstaltungen als Anlauf-, Informations-, Vermittlungs- und Begleitstelle für die ausländischen Mitbürger realisiert, um Zugangsbarrieren abzubauen. Es konnten mehr als 2.500 Personen beraten werden.

Vernetzungs- und Bildungsangebote:
Gemeinsam mit der Beratungsstelle Dialog wurden neue Instrumente, z. B. die Kompetenzbilanzierung, entwickelt und angepasst:

Klienten erstellen anhand von ca. 80 einfachen Fragen selbstständig am PC ein persönliches Profil; bei Unverständnis aufgrund von Problemen mit der deutschen Sprache kann in die Muttersprache (derzeit Russisch, Vietnamesisch, Arabisch, Persisch, Türkisch) gewechselt werden.
Das ermöglicht gleichzeitig eine Aussage über die Sprachkompetenz der Klienten.

Unmittelbar mit den involvierten Unternehmen wurden vielfältige Beratungsgespräche realisiert, um konkrete Potenziale auszuloten. In einem Kommunikationstraining konnten erkannte Defizite mit „Deutsch für Unternehmer/-innen“ abgebaut werden.
Gemeinsam mit den ethnischen Unternehmern (derzeit nur Männer) wurde ein Stammtisch als Migrantenselbstorganisation ins Leben gerufen, der auch über die Projektlaufzeit hinaus arbeitsfähig ist.

Im Ergebnis des Projektes wurden 34 Beschäftigungsverhältnisse in der Projektlaufzeit aufgenommen, davon 14 auf dem 1. Arbeitsmarkt. Vier Ausbildungsplätze wurden zusätzlich geschaffen.

Nach oben

Konzeptentwicklung:
Aus der Kooperation mit der Universität Halle-Wittenberg (Wirtschaftsgeographie) heraus ist der theoretische Ansatz ETHNIC BUSINESS DISTRICT entwickelt worden. Hier wurde in Verbindung von wissenschatlichem Ansatz und praxisorienterter Stadtteilarbeit aufgearbeitet, was besondere Merkmale, Potenziale und Untersützungsdimensionen der ethnischen Ökonomie sind.

Aus der praktischen Beratungs- und Bildungsarbeit zeigt sich, dass eine kleinstbetriebliche Struktur in der lokalen ethnischen Ökonomie Leipziger Osten spezifische Probleme und Potenziale aufweist.
Dazu zählen u. a.:

  • Ausbildung ist für ethnische Kleinstunternehmen problematisch, sowohl aufgrund der Ausbildungsvoraussetzungen, der möglichen Berufe als auch der wirtschaftlichen Leistungskraft.
  • Der Markterfolg ethnischer Unternehmen basiert auf leicht aktivierbaren und kostengünstigen Spitzenlastreserven, weniger auf strategischer Unternehmensführung.
  • Beschäftigungspotenziale entstehen erst, wenn die Unternehmen wachsen.
  • Vergleichbar mit deutschen Unternehmen in der lokalen Ökonomie ist auch die ethnische Ökonomie zunächst zersplittert und heterogen; für eine kontinuierliche Kooperation sind schrittweise Arbeitsfelder und Aufgaben zu definieren; die Möglichkeiten einer Migrantenselbstorganisation bestehen, siw bedürfen jedoch einer unterstützenden Moderation und eines Inputs.

Konzeptionelle Aufarbeitung und Modellierungsansatz wurden in mehreren lokalen und bundesweiten Workshops zur Diskussion gestellt und im Ergebnis überarbeitet.

Städtebauliche Einordnung:
Aus dem Kontext IQ_Ost heraus erfolgte eine permanente Rückspiegelung der Projektplanung, -realisierung und -ergebnisse in den Gesamtprozess der Stadterneuerung. In enger Verbindung zum Integrierten Handlungskonzept konnte IQ_QUADRAT trotz seiner relativ kurzen Laufzeit einen Beitrag zum Nachteilsausgleich leisten.

Nachhaltigkeit

Trotz nur 15-monatiger Laufzeit ist es gelungen, neben den konzeptionellen Arbeiten

  • die Beratungsangebote auf ehrenamtlicher Basis weiter anzubieten,
  • die Kompetenzbilanzierung in die Beratungsarbeit bei den Projektpartnern zu integrieren,
  • im BAMF-Projekt „RESQUE“ die erfolgreichen Ansätze in der Arbeitsplatz-Akquise für Personen mit Migrationshintergrund weiter zu nutzen,
  • die Ansätze aus der Ausbildungsplatz-Akquise stadtweit im JobStarter-Projekt „AULA – Ausländische Unternehmen in Leipzig bilden aus“ weiter zu führen,
  • den ethnischen Unternehmer-Stammtisch als Migranten-Selbstorganisation weiter zu betreuen.

Nach oben

Weitere Informationen: Projekt Koordinator Wirtschaft

IQ_QUADRAT wurde im XENOS-Sonderprogramm „Beschäftigung, Bildung und Teilhabe vor Ort“ aus Mitteln der Europäischen Union (ESF) und des Bundes gefördert und durch die Stadt Leipzig und Eigenanteile der Projektpartner kofinanziert.

Projektpartner:

  • Leipziger Gesellschaft für Bildung und Arbeit
  • DAA Deutsche Angestellten Akademie Sachsen
  • Arbeitsgemeinschaft Behling-Consult/Büro Kaufmann
  • soziodesign

Kooperationspartner:

  • Amt für Wirtschaftsförderung
  • Universität Halle-Wittenberg (Wirtschaftsgeographie)
  • Unternehmen im Stadtteil

Nach oben

 

Leipziger Osten, Stadtteilmanagement, Quartiersmanagement, Soziale Stadt