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„Stadtumbau nicht ohne uns – eine Stadt als Spielraum”

Kinder haben ihre eigene Sicht, ihre eigene Wahrnehmung der Stadt, nutzen diese anders als Erwachsene und haben oft auch ganz eigene Spitznamen für „ihre” Orte. Und sie sind stärker als die meisten Erwachsenen auf ihre direkte Umgebung als Spiel- und Lebensort angewiesen.

„Zigaretten, Hundedreck, böse Menschen" (Dorit, 9 - zur Schultze-Delizsch-Straße) / „Da gibt es sehr gute Schaukeln." (Susi, 8 - zum Bernhardiplatz) / „Der Müll und das Ruinenhaus sind gefährlich." (Susi, 8 - zu dem Hof, wo sie wohnt in der Mariannenstraße) / „Das Kunstwerk in der Elisabethstraße – weil ich dort meine Freunde treffe" (Marion, 15 - zur Frage nach Orten wo sie gerne ist) / „Die Jugendlichen stören mich und abends machen die immer laut." (Juliana, 9 - zum benachbarten Jugendtreff Tante Hedwig) / „Die Ruine gefällt mir nicht." (Lars, 9 - zur Kuchengartenstraße) ... [Kinder bei der Stadtteilforschung]

Gleichzeitig haben Kinder aber wesentlich weniger Möglichkeiten, die Gestaltung ihrer Umgebung mitzubestimmen.

So verfolgte dieses Projekt der Stadt Leipzig (Jugendamt) im Zeitraum von April 2004 bis Dezember 2006 das Ziel, mögliche Kinderbeteiligung im Stadtumbau zu prüfen und in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Es organisierte die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Stadt(teil)entwicklung im Leipziger Osten.

Projektträger: Begegnungsstätte Mühlstraße e. V., Mühlstr. 14, 04317 Leipzig, Tel. (0341) 9 90 36 00, www.muehlstrasse.de / Beauftragte für Kinder- und Jugendbeteiligung
Am Projekt beteiligt waren das Jugendamt, das Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung sowie das Stadtteilmanagement Leipziger Osten.

Dieses Projekt wurde aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) bei einem Eigenanteil der Stadt Leipzig in Höhe von 25 % gefördert.

Projektziel:

Dieses Projekt will Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten eröffnen, sich und ihre Interessen in die Gestaltung ihres Stadtteils (Neustadt-Neuschönefeld, Volkmarsdorf, Reudnitz, Anger-Crottendorf) einzubringen, indem es
• informiert,
• beispielhafte Beteiligungsprojekte initiiert,
• unterstützt, berät und vernetzt.

Es verfolgt damit das Ziel, Stadtentwicklung und ihre unmittelbaren Einflüsse auf Aktionsräume und Lebensqualitäten von Kindern und Jugendlichen stärker in deren Bewusstsein zu rücken. Gleichzeitig fördert es deren direkte Wahrnehmung von Veränderungen und regt dazu an, sich in diese Prozesse selbst einzubringen.

Kinder üben Mitbestimmung – Projektarbeit mit Trägern vor Ort, die Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten schafft, sich an der Aneignung und Umgestaltung von Stadträumen zu beteiligen (Umsetzung von Ideen aus den Stadtteilen)
Befähigung von Personen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, zum Einsatz geeigneter Methoden für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entscheidungsprozessen (Workshops)
Förderung des Engagements für Kinder und Jugendliche (Unterstützung von Netzwerksarbeit)

Eine Reihe direkter Beteiligungsprojekte in Schulen, Freizeiteinrichtungen, Kindertagesstätten und Horten schärft die Aufmerksamkeit der Kinder und Jugendlichen für den Stadtteil als ihrem unmittelbaren Lebensumfeld, an dessen Entwicklung sie teilnehmen.

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Beispiele der Projektarbeit:

     

Stadtforschung mit Kindern der Wilhelm-Wander-Grundschule zu „schönen” und „doofen” Orten in ihrem Stadtteil
Kinder der Wilhelm-Wander-Grundschule erforschen im Herbst 2004 mit Plänen und Digitalkameras die ihrer Meinung nach „schönen" und „doofen" Orte im Stadtteil. Die Ergebnisse dokumentieren sie auf Plakaten. In einem Anschlussprojekt befragen die Kinder Menschen im Stadtteil zu Themen, die sie interessieren. (in Zusammenarbeit mit dem Kinder-  und Jugendkulturzentrum O.S.K.A.R.)

Wettbewerb zur Gestaltung der Fassade des Freizeittreffs Rabet
Der vom Jugendamt der Stadt Leipzig getragene Offene Freizeittreff Rabet sollte nach Sanierung und Umbau eine rundum neue Fassade erhalten. 2004 läuft ein Gestaltungswettbewerb für Kinder und Jugendliche, 2005 wird die Außenansicht des Freizeittreffs neu gestaltet.
Zur Projektseite Gestaltungswettbewerb Fassade Freizeittreff Rabet

Wettbewerb „Weise den Weg im Rabet“ zur Entwicklung eines Beschilderungssystems für den Stadtteilpark Rabet
In einem Wettbewerb erarbeiten Schüler der Bernd-Blindow-Schule – zukünftige Mediengestalter – und des BSZ 5 – zukünftige Schilder- und Lichtreklamenhersteller - Gestaltungsvorschläge und -muster zur Beschilderung des Freizeitparks und der öffentlichen Gebäude im Rabet. Jurysitzung und Preisverleihung beenden den Wettbewerb am 30. März 2006.

Filmprojekt „Unser Platz“ für ältere Kinder/Jugendliche zu ihren Orten im Stadtteil

Graffitiprojekt zur Gestaltung eines Trafohäuschens im Lene-Voigt-Park
Zur Projektseite Graffitiworkshop des Mühlstraße e. V.

Brachflächenprojekt „Malys Garten” mit Modellbauwerkstatt
Zur Projektseite Malys Garten des Mühlstraße e. V.

Spielerisches Kennenlernen des Heimatstadtteils mit der „Bewegungslandkarte”
Zur Projektseite Bewegungslandkarte des Mühlstraße e. V.

Stadtteilrallye / Entdeckertour Ost durch den Leipziger Osten
Zur Projektseite Entdeckertour des Mühlstraße e. V.

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