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Wohneigentumsbildung im Leipziger Osten

Verschiedene Stadtumbaumaßnahmen wie Neugestaltungen öffentlichen Straßenraums, Parkerweiterung, Umnutzungen von Brachflächen schufen Voraussetzungen, um Bevölkerungsgruppen mit Interesse an Wohneigentum zu gewinnen, sich im Leipziger Osten anzusiedeln. Das wird letztlich zu einer Stabilisierung der sozialen Strukturen im Stadtteil führen, private Investitionen in die gründerzeitliche Bausubstanz oder in die Wiederbebauung von Brachflächen (Stadthäuser) nach sich ziehen und damit zur Verbesserung der stadträumlichen Qualitäten beitragen.

Im Jahr 2004 realisiert das Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung das Projekt Eigentumsbildung im Leipziger Osten (Konzeption & Anschubphase); gefördert aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Es soll die Wohneigentumsbildung im Leipziger Osten anregen und fördern und einkommensstärkere Bevölkerungsgruppen (insbesondere Mittelschichtshaushalte, die dort derzeit unterrepräsentiert sind) für die Ansiedlung im Leipziger Osten gewinnen. Der Stadtteilpark Rabet und die „Neue Eisenbahnstraße“ geben in der Aufwertung des öffentlichen Raums sowie in der Zentrenaufwertung den Rahmen zur Erhöhung der Attraktivität des Leipziger Ostens vor, auch zur Entwicklung von Stadthausstandorten oder zur Sanierung von Häusern durch Selbstnutzer.

Hintergrund
Der Leipziger Osten verlor insbesondere in den 1990er Jahren erheblich an Bevölkerung. Damit einher gingen Prozesse der sozialen Entmischung. Insbesondere Mittelschichthaushalte verließen das Gebiet. Eine der Wegzugsmotivationen war der Wunsch nach Bildung von Wohneigentum, der sich zu dieser Zeit u. a. aus Kostengründen nur am Stadtrand realisieren ließ. Die Bevölkerungsverluste führten zu erheblichem Wohnungsleerstand, dem deutlichen Rückgang baulicher Investitionen und erheblichen Bodenwertverlusten.

Diese Problemsituation eröffnete gleichzeitig große Chancen: Das niedrige Preisniveau – im Zusammenspiel mit den durch eine Vielzahl von Stadterneuerungsinvestitionen neu entstandenen Qualitäten des öffentlichen Raums – erhöhten die Konkurtrenzfähigkeit des Leipziger Ostens auf dem Immobilienmarkt. Die Bodenpreise sind 2004 nicht höher als am Stadtrand. Damit wird Eigentumsbildung in einer zentrumsnahen Lage finanzierbar.

Vorgehen
Die Entwicklung von Pilotvorhaben soll beispielgebend wirken und zur Nachahmung anregen. Hierbei wird ein aktivierender Ansatz verfolgt: Potentielle Selbstnutzer werden intensiv beraten und befähigt, weitgehend selbstorganisiert Wohneigentum zu schaffen.
Auf eine investive Förderung wird weitgehend verzichtet, vielmehr sollen durch die Art der Organisation der Projektentwicklung (Bildung von Baugruppen, Verzicht auf Bauträger) Kosten eingespart werden, so dass die Eigentumsbildung für breitere Schichten der Bevölkerung erschwinglich wird.

Aktivitäten

  • Grundberatung: Bauwillige werden im Rahmen des Projektes umfassend über bauliche, rechtliche, organisatorische und finanzielle Aspekte der Eigentumsbildung informiert.
  • Gruppenbildung: Die Bauwilligen werden dahingehend beraten, sich zu Baugruppen zusammenzuschließen. Dieser Gruppenbildungsprozess wird im Rahmen des Projektes durch Moderation begleitet.
  • Aufbereitung von Objekten: Die für Pilotvorhaben ausgewählten Objekte werden so aufbereitet, dass ihre Qualitäten von Laien erfasst werden können und der auf die zukünftigen Bauherren zukommende Auf-wand abgeschätzt werden kann.
  • Begleitung von Baugruppen: Sowohl in der Planungs- als auch in der Bauphase werden Baugruppen begleitet und erhalten je nach Bedarf Unterstützung zu baulichen, rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Fragestellungen.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Die Projekte werden durch Öffentlichkeitsarbeit begleitet und dokumentiert, womit Nachahmer interessiert werden sollen.

Die Schwerpunktbereiche liegen am Neustädter Markt (Meißner Straße, Mariannenstraße) und südlich des Stadtteilparks Rabet (Rabet, Margaretenstraße).

    
Meißner Str. 34                                Rabet 32a

Ergebnis
Am Neustädter Markt und südlich des Stadtteilparks Rabet wurden erste Interessenten für den Bau von Stadthäusern und für Eigentum in Gründerzeithäusern gewonnen. Erste Selbstnutzerhaushalte siedelten sich in der Meißner Straße, der Mariannenstraße und am Rabet an. Am Südrand des Stadtteilparks Rabet entstehen ab 2007 die ersten modernen Stadthäuser.

Die ersten Ansätze zogen ein wachsendes Interesse an Wohneigentumsbildung im Leipziger Osten nach sich – Sanierung gründerzeitlicher Wohnhäuser durch Selbstnutzer und Vermieter, Errichtung moderner Stadthäuser in Baulücken und auf langjährigen Brachen, Umbau denkmlageschützter Industriearchitektur zu Wohnzwecken (Lofts).
siehe  Wohneigentumsbildung und Selbstnutzerprojekte im Leipziger Osten

 

Leipziger Osten, Stadtteilmanagement, Quartiersmanagement, Soziale Stadt