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Stadtentwicklungsplan Wohnungsbau und Stadterneuerung (STEP W+S)

Gesamtstädtischer Lösungsansatz – Die Diskussionen im Leipziger Osten sind Teil und Ergebnis einer schwierigen Phase einer den gesamten Osten Deutschlands betreffenden Problemsituation. Trotz aller (Ansiedlungs-)Erfolge kann eine stabile Wirtschaftsentwicklung und insbesondere eine positive Beschäftigungsentwicklung noch nicht festgestellt werden. Natürlicher Bevölkerungsrückgang und in den letzten 10 Jahren erlittene Wanderungsverluste sind eine Ursache für den dramatischen Wohnungsleerstand, der in vielen Gebieten die städtische Lebensqualität und die ökonomische Überlebensfähigkeit der Quartiere insgesamt gefährdet. Innerhalb des Stadtgebietes sind Wanderungsbewegungen an den Stadtrand sowie die als attraktiver empfundenen Stadtteile festzustellen. Auch der Leipziger Osten ist von dramatischen Bevölkerungsverlusten und erheblichen Wohnungsleerständen geprägt. Die Unternehmen leiden unter der niedrigeren Kaufkraft und eigenen Entwicklungsproblemen, so dass auch sie nur wenig für neue Arbeitsplätze tun können.

Als erste ostdeutsche Stadt hat sich Leipzig intensiv und offen mit dem Rückgang der Nutzungsdichte, allgemein als „Schrumpfung” bezeichnet, auseinander gesetzt. Zur Sicherung der geordneten städtebaulichen Entwicklung und der sozialen Stabilität wurde eine gesamtstädtische Planungsgrundlage erarbeitet. Mit dem Ziel, die knappen öffentlichen Ressourcen auf wenige zukunftsfähige und stadtstrukturell unverzichtbare Bereiche zu konzentrieren sowie den Marktteilnehmern entscheidende Informationen für ihre Investitionssicherheit bereitzustellen, wurde der Stadtentwicklungsplan Wohnungsbau und Stadterneuerung (STEP W+S) erarbeitet und vom Stadtrat am 18.10.2000 beschlossen. Im Teilplan Stadterneuerung, der für die gründerzeitlichen Gebiete gilt, wurde den Stadtteilen höchste Priorität zugeordnet, die sich als besonders gefährdet darstellen und deren Niedergang zu unwiederbringlichen Verlusten an historischen, funktionalen und sozialen Zusammenhängen führen wird.

Blockweise wurden die Gebiete untersucht und Zielaussagen festgehalten:

  • Konsolidierte Bereiche, deren Entwicklung als selbsttragend angesehen werden kann und keiner öffentlichen Gelder bedarf.
  • Erhaltungsgebiete: hier sollen die Blockstrukturen aktiv gestützt und die Blockinnenbereiche weitgehend begrünt werden. Da in diesen Quartieren die Kräfte des Marktes für die Erneuerung nicht allein ausreichen, sollen hier auch öffentliche Mittel eingesetzt werden.
  • Zusätzlich wurden Gebäudezeilen mit Erhaltungspriorität definiert, die stadträumlich unverzichtbar sind.
  • Bereiche, die in ihrer gegenwärtigen Struktur nicht „zukunftsfähig” sind, werden als Umstrukturierungsgebiete eingestuft. Hier sollen die Möglichkeiten von Umnutzung und Abriss differenziert genutzt werden, um vor allem für neues Grün Platz zu schaffen. Auch mehr Stellplätze oder gering verdichteter Wohnungsbau können so möglich werden.

Nach diesen „Zielkategorien” wird der Fördermitteleinsatz gesteuert. Bei der Bewertung von Förderanträgen dient der Zielplan als Grundlage. Er ist aber kein verbindliches baurechtliches Regelwerk, sondern vor allem ein Informationssystem. Er bietet Orientierung auf dem Immobilienmarkt und schafft Investitionssicherheit. Er leistet Grundlagenarbeit für koordiniertes Handeln. Aktivitäten der lokalen Akteure, der Investoren und der Stadt sollen gebündelt und Investitionen auf die Kerne der Quartiere konzentriert werden.

Der Teilplan Stadterneuerung befindet sich in der Fortschreibung, die Zielaussagen für den Leipziger Osten werden im Konzeptionellen Stadtteilplan präzisiert.

 

Leipziger Osten, Stadtteilmanagement, Quartiersmanagement, Soziale Stadt