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Der neue Stadtteilpark Rabet: Grüne Oase im Leipziger Osten

Die Erweiterung und Neugestaltung des Parks zwischen Neustadt-Neuschönefeld und Volkmarsdorf wurde als eine der drei Schwerpunktmaßnahmen des Stadtumbaus im Leipziger Osten festgeschrieben und setzt wichtige Impulse für Freizeit und Erholung im gesamten Leipziger Osten.
Der Park soll sich zu einer zentralen „grünen Schaltstelle“ entwickeln, die entscheidend zur nachhaltigen Stadtteilentwicklung beiträgt und über den Stadtteil hinaus wirkt.

Um das weitere Verfahren in Gang zu setzen, wurde 2002 auf Grundlage des Konzeptionellen Stadtteilplans (KSP) ein anonymes Gutachterverfahren ausgelobt.

 

Das Rabet vor dem Umbau

Das Gutachterverfahren

Die Stadt Leipzig lud zehn Landschaftsarchitekturbüros ein, um ein gestalterisches und funktionales Gesamtkonzept zu entwickeln. Dieses sollte innovative Ideen für ein größeres und attraktiveres Rabet unterbreiten und in Stufen realisierbar sein.
Eine Fachjury aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Politik, Anwohnern, Landschaftsarchitekten, Stadtteilmanagement und Quartiersmanagement beurteilte die Beiträge und kürte am 20.09.2002 den Sieger des Gutachterverfahrens – den Entwurf des Berliner Büros Lützow 7.
  

Gestaltungsentwurf des Büros Lützow 7

Grundidee ist die Schaffung einer klassischen großzügigen Anlage mit Volksparkcharakter. Ein 1 km langes brombeerfarbenes Aktivband – die „Amöbe” – mit unterschiedlichen Bereichen für Spiel und Trendsportarten durchzieht den ganzen Park und lädt zu einem Rundgang ein.
Baum- und Strauchpflanzungen konzentrieren sich in den Randbereichen, so dass im Inneren eine große offene Wiese mit vielfältigen Möglichkeiten für Sport, Spiel und Erholung entsteht. Vorhandene Angebote wie „Bounty” (ein hölzernes Kletterschiff), „Atriumbühne” und „Spinne” (ein Seil-Klettergerüst) sowie der neu gestaltete Freizeittreff Rabet werden in das Gestaltungskonzept integriert.
Das Parkgelände reicht künftig bis zur Eisenbahnstraße, wo unter drei Baumreihen eine Multifunktionsfläche entsteht, die als Wochenmarkt oder zum Parken die Geschäftsstraße aufwertet, aber auch mit Bänken zum Ausruhen und Verweilen einlädt. Die Marthastraße und der südlich angrenzende Bereich bis zur Straße Rabet werden Teil des vergrößerten Stadtteilparks.

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Die Neugestaltung des Stadtteilparks

Die Planung für den neuen Stadtteilpark wurde vom Architekturbüro in Zusammenarbeit mit Stadtplanungsamt, Grünflächenamt, Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung sowie der AG Rabet präzisiert und ab Mai 2004 realisiert.

In drei größeren Bauabschnitten nahm das Projekt Gestalt an. Von Mai 2004 bis Mai 2007 veränderte sich das Gesicht des Rabet grundlegend.
Entlang der nördlichen und südlichen Parkgrenzen erwarb die Stadt Leipzig umfangreiche Grundstücke; zugunsten des Parkgeländes wurden mehrere Straßen (Martha-, Thümmel- und Melchiorstraße komplett plus westlicher Abschnitt der Konradstraße) entwidmet. Die Parkfläche vergrößerte sich um ca. drei Hektar und umfasst nun rund 96.000 m².
Rund 4,64 Mio. € (einschließlich Fördergeldern des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung) wurden investiert, um  einen zeitgenössischen Park zu gestalten. An attraktiven Parkrandlagen steigt die Mieternachfrage.
 

Architekturpreis der Stadt Leipzig 2009

Am 13. November 2009 verlieh die Stadt Leipzig zum sechsten Mal ihren alle zwei Jahre ausgelobten Architekturpreis zur Förderung der Baukultur.
Baubürgermeister Martin zur Nedden überreichte zwei Hauptpreise und drei „Lobende Erwähnungen“, die von einer unabhängigen Jury unter Vorsitz des Berliner Architekten Prof. Matthias Sauerbruch zuerkannt wurden.

Stadtteilpark Rabet im Juni 2009

Würdigung der Jury:
Stadtteilpark Rabet –
Das Ein-Kilometer-Amöbenband
2007

Architekt: Lützow 7
Cornelia Müller, Jan Wehberg, Berlin
Bauherr: Stadt Leipzig
Amt für Stadtgrün und Gewässer
 
Der Entwurf versucht, das schwierige, weil heterogene Gebiet mit einer großen Geste, dem „Amöbenband“ zu fassen. Dies gelingt auch mehrheitlich. Einzelne Spielfelder, Liegewiesen und Sitzplätze sind über die gesamte Fläche verteilt. Dazwischen stehen alte Gebäude, die noch genutzt werden und deren Zufahrten über den Park gehen. Viel Altbaumbestand wurde offensichtlich belassen, einiges wurde ergänzt. Rasenflächen zum Spielen und Lagern wechseln mit verkrauteten Flächen ab, die einen verwilderten, aber nicht unangenehmen Eindruck hinterlassen. Der ganze Park strahlt etwas Robustes aus, was in dem betreffenden Quartier offensichtlich geschätzt wird. Wenn in Zukunft noch mehr Altbauten entfernt werden, kann der Park entsprechend der vorhandenen Strukturen weiterentwickelt werden. Und das „Amöbenband“ hält, was es verspricht ... (Pressemitteilung)

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Wohnen am Park

Die Neugestaltung des Stadtteilparks Rabet zielt auch auf die Aufwertung der umliegenden Wohnquartiere ab. Eine besondere Rolle kommt dabei der Entwicklung dieser Bereiche als Standorte für selbst genutztes Wohneigentum zu.
Möglich sind

  • Sanierungen von (zumeist gründerzeitlichen) Wohnhäusern mit z. T. umfänglichen Grundrissänderungen für individuell gestaltete Eigentumswohnungen,
  • Sanierung und Umnutzung ehemaliger Gewerbe- und Industrieimmobilien für modernes, individuelles Wohnen (Lofts),
  • Lückenbebauung oder Neubebauung von Brachflächen mit modernen Stadthäusern (Einzel- oder Reihenhäuser) für eine oder mehrere Familien.

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Bürgerbeteiligung

Bereits während des Verfahrens wurden Kinder, Jugendliche und Erwachsene beteiligt, um alle Bedürfnisse der zukünftigen Nutzer zu integrieren. In der Aktion „Check the Rabet“ prüften Kinder und Jugendliche die Entwürfe und stellten ihre Ergebnisse der Jury vor. Eine Befragung von Kindern und Jugendlichen ergab wichtige Erkenntnisse für Gestaltung und Ausstattung vorgesehener Spielbereiche, die nach Abwägung von Machbarkeit und Kosten umgesetzt wurden. Als „empfehlende Bürgerstimme“ begleitete die AG Rabet die einzelnen Schritte der Umgestaltung.

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Leipziger Osten, Stadtteilmanagement, Quartiersmanagement, Soziale Stadt