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Soziale Integration in den Stadtteilen des Leipziger Ostens - eine Akteursbefragung 2016

Das Quartiersmanagement Leipziger Osten befragte 56 Akteur_innen in den Stadtteilen des Leipziger Ostens in Form leitfadengestützer Interviews. Hier die Ergebnisse:

Ziel der Befragung war es, aktuelle und kommende Handlungsbedarfe und Arbeitsschwerpunkte zu erfragen, die zum Gelingen sozialer Integration in diesen Stadtteilen beitragen können. Die Ergebnisse dieser breit angelegten Befragung stehen nach Auswertung nunmehr zur Verfügung. 

Eine Zusammenfassung:

Der Leipziger Osten hat insbesondere in den letzten drei Jahren einen enormen Zuzug von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund (MeMM / MeOM) erfahren. Damit einhergehend wachsen die Vielfalt an Kulturen und Lebensweisen und damit auch die Herausforderungen im Bereich der Integration. Diesen Aufgaben und Herausforderungen stellen sich eine Vielzahl an Menschen, Vereinen, Initiativen und Institutionen seit vielen Jahren sehr engagiert. Es war an der Zeit, Erfahrungen und Bedarfe für die Arbeit im Stadtteil abzuholen. Dazu führte das Quartiersmanagement Leipziger Osten 56 leitfadengestützte Interviews mit Akteur_innen durch, sowohl bei Migratenselbstorganisationen, Glaubensgemeinschaften, Bildungseinrichtungen wie KiTas und Schulen, Freizeiteinrichtungen sowie engagierten Vereinen und Initiativen.

Um die soziale Integration in den Stadtteilen des Leipziger Ostens zu stärken, sind dies die wichtigsten Handlungsempfehlungen:

  • Integration benötigt vor allem die stärkere Unterstützung der professionellen Hilfen, der Unterstützung von Bildungseinrichtungen, aber auch die Förderung ehrenamtlicher Strukturen.
  • Institutionelle Strukturen müssen hinsichtlich der Funktionen, Aufgaben und vor allem Ansprechpartner_innen für die Akteur_innen transparenter sein, dies gilt vor allem für kommunale Verwaltungsstrukturen. Ziele und Aufgaben müssen ämterübergreifend abgestimmt und kommuniziert werden.
  • Sprachliche Barrieren, insbesondere in der Kommunikation mit den Eltern machen personellen Mehraufwand und die Nutzung von Sprach- und Kulturmittler_innen erforderlich. Bildungseinrichtungen und Jugend-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen fordern daher mehr Personal, um auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen eingehen zu können.
  • Das Personal in Vereinen und Schlüsselprojekten sollte langfristig finanziert, mehrsprachig und interkulturell gebildet aufgestellt sein. Es werden qualifizierte Fachkräfte gebraucht, diesbezüglich bedarf es einer Verbesserung beim Zugang zum Arbeitsmarkt, die Anerkennung der Abschlüsse von MeMM wird hierzu als Schlüssel gesehen. Es bedarf der gezielten Sensibilisierung und Unterstützung von Arbeitgeber_innen für die Einstellung von MeMM.
  • Die Verstetigung und der Ausbau niedrigschwelliger Konversations- und Sprachkurse sind grundlegend. Die Verfügbarkeit von Sprachmittler_innen muss ausgebaut werden.
  • Orte der Begegnung und des sozialen Austauschs spielen eine bedeutende Rolle im Integrationsprozess. Nachbarschaftliche Strukturen, insbesondere im ehrenamtlichen Bereich, sind in ihrer Rolle als Integrator stärker zu fördern. Ein Großteil der nachbarschaftlichen, freizeitorientierten Unterstützungsmöglichkeiten wird von ehrenamtliche Strukturen getragen. Um auf diese wertvolle Ressource auch zukünftig zurückgreifen zu können, gilt es, Kernaufgaben des Hauptamts und des Ehrenamts zukünftig klarer zu definieren und die Vernetzung zu begleiten. Gleichzeitig sollte die Stadt bestehende wohnortnahe Begegnungsräume (Spielplätze, Parks, Gärten, Freiflächen u. a.) sichern und entsprechend der Bedarfe qualifizieren.
  • Als Unterstützung für die weitere Stadtteilarbeit mit möglichst breiter Beteiligung der Bewohner_innenschaft wurde der Aufbau eines interreligiösen und interkulturellen Netzwerks der Multiplikator_innen empfohlen. Erste Schritte in diese Richtung wurden bereits Ende 2016 durch die Unterstützung des Quartiersmanagements in Kooperation mit dem Referat für Migration und Integration und Netzwerkpartnern gegangen.

Diese Handlungsempfehlungen bilden nur einen kleinen Teil der Ergebnisse der Akteursbefragung wieder. Weiterführend ist die komplette Auswertung angehangen, eine Kurzzusammenfassung erhalten Sie in Kapitel 5.

Zusammenfassung (PDF, ca. 23 kB)
Auswertung der Akteursbefragung 2016 (PDF, ca. 2,4 MB)

Eine Druckfassung liegt (bei Interesse) im Quartiersmanagement, Eisenbahnstr. 49, bereit.

Bei Rückfragen Kontakt zu Paula Hofmann vom Quartiermanagement Leipziger Osten:
Tel. 0341 – 3513 7913, paula.hofmann@leipziger-osten.de 



 

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